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Holzbaupreis 2023 - Öffentliche oder Gewerbliche Bauten

Holzbaupreis 2023 - Öffentliche oder Gewerbliche Bauten
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Holzbaupreis für Öffentliche oder Gewerbliche Bauten

Voisthalerhütte am Hochschwab


Bauherr:in
Alpenverein Austria

Architektur
Dietger Wissounig Architekten ZT GmbH

Tragwerksplanung/Statik
GDP ZT GmbH, DI Josef Koppelhuber,  FS1 Fiedler Stöffler

Holzbau
Steger Bautauf Gmbh

Bauphysik
rosenfelder & höfler consulting engineers

Jurytext:

„Demütig Teil werden

Wie ein Findling sitzt die neue Voisthalerhütte an der östlichen Geländekante des Hochtals der Oberen Dullwitz. Um den heutigen Anforderungen einer Schutzhütte gerecht zu werden, wurde die bestehende Hütte durch einen Neubau ersetzt, der als Orientierungspunkt zwischen Hochschwab, Wetterkogel, Karlhochkogel und Fölzsattel in Form eines einfachen, klaren Volumens in der beeindruckenden Berglandschaft in Erscheinung tritt. Respekt und Bescheidenheit gegenüber dem Ort und die Einfachheit der Bauaufgabe „Schutzhaus“ wurden sowohl formal nach außen getragen, als auch im Inneren umgesetzt.
Das Raumprogramm ist in der Vertikale über vier Geschosse organisiert und minimiert dadurch die bebaute Fläche sowie Erschließungsflächen. Der über eine großzügige Terrasse an der Westfassade zugängliche Windfang dient bei geschlossener Hütte als Notraum. Um eine zentrale Treppe gruppieren sich im Erdgeschoss der Gastraum und die Küche, in den beiden Obergeschossen die Schlafräume für Gäste und die Hüttenwirte mit kleinen Gemeinschaftssanitäreinheiten. Der Gastraum als zentraler Kommunikations- und Aufenthaltsbereich bietet durch die gezielte Setzung von großzügigen Fensteröffnungen eine atemberaubende Aussicht in die Umgebung und mit Holzoberflächen eine wohnliche Atmosphäre. Die Mehrbettzimmer sind ebenso zur Gänze in Holz ausgeführt und mit unterschiedlichen Größen, Belichtungsöffnungen und Raumhöhen unter dem nach Süden abfallenden Pultdach individuell gestaltet.
Die nach dem heutigen Stand einer energie- und ressourcensparenden Technik konzipierte Schutzhütte wurde mit einem massiven Sockelgeschoss errichtet in dem die für die Versorgung arbeitssparende Materialseilbahn endet. Die darüberliegenden Geschosse bestehen aus Holzfertigteilen in Brettsperrholz, deren Oberflächen innen sichtbar belassen wurden. Außen wurde eine unregelmäßige Holzschalung aus sägerauen Lärchenholzbrettern vor Ort von den Handwerkern montiert.
Die hinterlüftete Fassade verändert sich durch Wetter- und Umwelteinflüsse im Laufe der Zeit, sodass sich das Erscheinungsbild des Gebäudes mit den Jahren identitätsstiftend in seine Umgebung einschreiben wird.
Bauen im hochalpinen Gelände ist eine besondere Herausforderung für die Planenden und die Ausführenden. Bei der Voisthalerhütte wurde sie klug in hoher Präzision bewältigt und räumlich vorbildlich realisiert.“

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